Mein Weg zur Vipassana Meditation

Tobias Forderer ist Dipl.-Psychologe, Klangtherapeut und Coach. Für unseren Blog reflektiert er über seine Erfahrungen mit der Vipassana-Meditation.

Zum ersten Mal meditiert habe ich mit 16 Jahren. Bei einer Schulfahrt in die Bretagne, Frankreich, habe ich mich aus einem inneren Impuls heraus an eine Felsküste am Meer gesetzt, dem Meer gelauscht und bewusst entschieden, hier möchte ich meditieren. Wie Meditation funktioniert und was der Sinn einer Meditation sein soll, hat sich mir damals nicht erschlossen. Dennoch habe ich mich im Schneidersitz hingesetzt, meine Augen geschlossen, geatmet, gelauscht und genossen.

Deutliche Zeichen in Asien: Ich sollte Vipassana kennenlernen

Ein paar Jahre später reiste ich für längere Zeit mit Rucksack und Gitarre durch Süd-Ost-Asien. Im Laufe dieser Reise begegneten mir mehrmals Menschen, die mir von Vipassana-Meditation erzählt haben. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits verschiedene Methoden kennen gelernt, mich in Achtsamkeit mit meiner Innenwelt zu verbinden, zum Beispiel Yoga, Mantren singen, Schwitzhütten- und Naturerfahrungen und Atemübungen, um einige davon zu nennen. Die Erfahrung, dass mehrere Menschen mir unabhängig voneinander von Vipassana erzählt haben, war ein deutliches Zeichen für mich, diesen Hinweisen zu folgen und es einmal selbst zu erlernen.

Vipassana veränderte mein Leben

Ich meldete mich zu meinem ersten Kurs im Vipassana-Zentrum in Triebel, Deutschland an, und machte einen 10-Tages-Kurs. Diese Erfahrung prägt mein Leben bis heute.

Für mich lief eine jahrelange „Suche“ in einem Punkt zusammen. Ich hatte endlich eine erlernbare Technik gefunden, von der ich aus einem tiefen Inneren heraus weiß, dass diese mein Weg ist und mir meine Innenwelt (und damit auch die Außenwelt) nach und nach entfalten hilft. Wie unterscheidet sich die Technik von anderen Meditationstechniken?

Stück für Stück führt das Meditieren und Üben mich immer tiefer in mein inneres Universum hinein, auf ähnlichen Pfaden wie in der Außenwelt – verschlungen, mit leicht zu bewältigenden, genussvollen Abschnitten, Herausforderungen, unerwarteten Erlebnissen und Begegnungen – eine immerwährende Reise, die nie enden wird.

Aus meiner Sicht besteht die wahre Kunst jedoch nicht in der Teilnahme an irgendeinem Kurs oder dem Erlernen einer Technik, egal welche dies ist. Die wahre Kunst ist das tägliche, kontinuierliche TUN im Alltag, auch wenn mal keine Lust dazu da ist oder ich mich müde oder unwohl fühle. Seit nunmehr fast 10 Jahren kenne ich die Vipassana-Meditation, aber erst seit etwa einem Jahr praktiziere ich diese täglich. Und das funktioniert nur, weil ich mir dieses Mal selbst das Versprechen gegeben habe, für den Rest meines Lebens täglich eine Stunde Vipassana zu meditieren.

Gelassenheit und Gleichmut durch Vipassana

Meine Motivation hierfür waren und sind die positiven Auswirkungen, welche diese Meditation langfristig auf mein Leben hat. Gelassenheit und Gleichmut, welche sich hierdurch entwickeln, unterstützen mich in meinem alltäglichen Sein an vielen Stellen. In der Begegnung mit anderen Menschen und der Natur erlebe ich mich durch regelmäßige Meditation viel präsenter, zentrierter und klarer. Außerdem wurde mir durch Vipassana bewusst, dass ich immer und überall mit allem in Verbindung stehe – mit mir selbst und dem größeren Ganzen um mich herum. Dieses Eingebunden-Sein und das sich daraus nährende Vertrauen in mich und die Welt – all das schenkt mir die Meditation. Deshalb ist es einer der wichtigsten Bausteine meines Lebens.

Um die Wichtigkeit von Vipassana in meinem Leben deutlich zu machen, gebe ich manchen interessierten Menschen folgenden Satz mit: „Wenn ich meinen 3 Kindern nur eine einzige Sache mit auf ihren Lebensweg geben könnte, die aus meiner Sicht am weitreichendsten in die Tiefe führt, dann wäre das Vipassana-Meditation zu erlernen und praktizieren. Und die Gewissheit, dass ich sie liebe.

Autor: Tobias Forderer, April 2016

Tobias Forderer

http://www.praxisforderer.com

http://www.lifeplus.com/praxisforderer/web-section/introduction-to-lifeplus

 

Über die Vipassana-Meditation:

Vipassana ist eine der ältesten Meditationstechniken Indiens und bedeutet soviel wie „die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind“. Es ist eine frei zugängliche Meditationstechnik, die losgelöst von Religion oder Weltanschauung praktiziert werden kann.

#Vipassana ist ein Weg der Selbstveränderung durch das Wahrnehmen und beobachten der eigenen Empfindungen. Die Technik wird in 10-tägigen Kursen gelehrt.

Mehr Informationen gibt es hier: https://www.dhamma.org/de/

Wie meditiert man: So sitzt Du richtig!

Welches Bild kommt Dir beim Stichwort Meditation als Erstes in den Sinn? Ich denke zuerst an einen schlanken Yogi mit im Lotussitz gekreuzten Beinen, die Augen geschlossen, versunken in sich selbst. Ein Bild, das inspiriert aber auch abschreckt: Wie soll ich es schaffen meinen Ottonormalkörper in diese Haltung zu bringen und minutenlang ruhig in ihr zu verharren? Als Nicht-Yogi erschien mir das schier unmöglich.

Für alle denen es genauso geht gibt es hier eine wichtige Information: Um zu meditieren und Gelassenheit und Entspannung zu erfahren ist das Sitzen mit gekreuzten Beinen – ob im ganzen oder im halben Lotussitz – ist nicht zwingend notwendig.

Continue reading

Jeden Tag Meditation – Fünf Tipps für deine tägliche Meditationspraxis!

Jeden Tag Yoga

Die letzte Yogastunde war wieder mal richtig inspirierend vor allem die Meditation am Ende. Die Yogalehrerin weißt uns darauf hin: „Wenn ihr es schafft nur fünf Minuten am Tag zu meditieren, wird das einen großen Effekt auf Euer Leben haben.“ Klingt gut. Klingt sehr gut. Zum wiederholten Male nehme ich mir vor mindestens zehn Minuten am Tag zu meditieren, alles im Außen einfach draußen zu lassen und nur in mich zu lauschen. Doch dann passiert das Leben. Ich verschlafe am Morgen, über Tag gibt es jede Menge Arbeit und Haushalt und wenn abends die Kinder im Bett sind, bin ich viel zu ko und will gleich schlafen. Oder mich am Fernseher zerstreuen.

Und wieder mal frage ich mich:

“Wie schaffe ich es, eine tägliche Meditation in meinen Tagesablauf integrieren?“

Hier unsere fünf bewährten Tipps für eine tägliche Meditationspraxis:

Continue reading

5 Tipps für eine erfolgreiche Yogapraxis zuhause

Yogapraxis zuhause

Es gab Zeiten, da habe ich mich viermal die Woche nach der Arbeit in ein Berliner Yogastudio begeben, um dort Yoga zu üben. Meine Yogalehrerin war sehr inspirierend und motivierend: Selbst in Asanas, die ich nicht so gerne mochte, verharrte ich dank ihrer Anleitung und all den Gleichgesinnten um mich herum länger. Dann wurde ich Mutter!

Meine Yogapraxis wollte ich dennoch beibehalten. Um Zeit und Geld zu sparen am liebsten in meinen eigenen vier Wänden.
Zwei Probleme tauchten dabei auf: Es gab immer wieder Tage an denen ich meine Yogapraxis ausließ. Ich war zu erschöpft oder kümmerte mich stattdessen um den Haushalt. Außerdem passierte es immer wieder, dass ich zuhause einfach nur so durch die Haltungen huschte, meinen Atem weniger tief fließen ließ und kurzum: einfach schluderte.

1. Wähle einen Ort für Dein Yoga zuhause

Irgendwann wird auch das Yoga zuhause zur Routine. Bis es so weit ist, empfehlen wir Dir, dass Du Dir einen Bereich Deines Hauses oder Deines Gartens aussuchst, der besonders ruhig ist. Vor allem sollte er fernab des Alltagstroubels sein: Zum Beispiel Deines Computers und fern der Ablenkungen durch deine Kinder. Vielleicht richtest Du Dir eine kleine Ecke in Deinem Schlafzimmer ein oder begibst Dich immer an eine bestimmte Stelle in Deinem Garten.

2. Stimme dich mit dem Atem ein

Der Atem spielt eine zentrale Rolle beim Yoga. Es ist wichtig, dass wir tief und bewusst atmen, auch dann, wenn die Anstrengung größer wird. So versorgen wir unseren Organismus optimal mit Sauerstoff. Setze Dich vor Deiner Yogapraxis ruhig hin und konzentriere dich ein paar Minuten lang auf Deinen Atem. Lass ihn tief fließen. Denn ein tiefer, gleichmäßiger Atem wirkt sich entspannend auf unser gesamtes Nervensystem aus!

3. Wähle eine Intention für Deine Yogapraxis

Ich habe für mich herausgefunden, dass meine Yogapraxis klarer und ausgerichteter ist, wenn ich mir zu Beginn eine bestimme Intention wähle. Möchtest Du Dich eher entspannen oder Deinen Kreislauf auf touren bringen? Geht es Dir eher um Beweglichkeit oder die Stärkung bestimmter Muskelgruppen? Nebst den körperlichen Aspekten kannst Du auch eine spirituelle Intention verfolgen. Gibt es jemandem, dem Du Deine heutige Yogapraxis widmest? Vielleicht widmest Du sie Dir ja sogar selber?

4. Entscheide Dich für bestimmte Positionen/ Übungsabläufe

Hast Du das Gefühl, dass Dein oberer Rücken besonders steif ist? Dann wähle Dir bevor Du auf die Matte gehst gezielt ein paar Asanas für diesen Bereich aus. Oder möchtest Du lieber Deine Hüften öffnen. Es hat sich für mich bewährt, nicht einfach so drauf los zu yogieren und wild von Asana zu Asana zu wechseln. Im Internet findest Du auch eine Menge anregungen für bestimmte thematische Aneinanderreihungen von Yogaübungen.

5. Beende Deine Praxis mit einer Endentspannung

Zuhause kannst Du Dir die Endentspannung sparen? Denkste! Du solltest auch zuhause nicht auf Shavasana – die Entspannung in der Rückenlage – verzichten. Es geht darum dass sich Dein Körper nach der Yogapraxis vollkommen entspannt und auch dein Atem nun wieder normal fließen darf. Atme ruhig durch die Nase ein und aus und entspanne deinen Körper mit jedem Ausatmen.

Umwege: So bin ich zur Meditation gekommen.

Ich mache Meditationsbänke. Man könnte also meinen, dass ich mich schon lange und intensiv mit dem Thema Meditation beschäftigt habe. Ich gestehe: Das ist nicht der Fall! Ich muss zugeben, dass ich wahrscheinlich immer noch als Meditationsneuling gelte. Der aktivere Yogi in unserer Familie ist definitiv meine Freundin.

Dennoch: Es gab einen Punkt in meinem Leben, an dem ich die Meditation als etwas sehr hilfreiches kennengelernt habe.

Die meisten meiner Jobs in den vergangenen Jahren waren sehr stressig. So habe ich zum Beispiel ein Restaurant geleitet und später als 3-D-Designer in einer Agentur gearbeitet. Viele Überstunden und kurze Nächte waren die Regel. Zigaretten, eine Menge Kaffee und andere Drogen haben mich in stressigen Situationen über Wasser gehalten. Mein Leben war schnell und unruhig.

Dann kam der Punkt an dem ich mir eingestehen musste, dass es so nicht weiter geht. Ich zog aus der Stadt auf das Land, um mehr Ruhe zu finden. Nun wohne ich in einer Gegend in der es viele spirituelle Angebote gibt und es dauerte nicht lange bis ich zum ersten Mal auf einem Meditationskissen saß.

Das war äußerst befremdlich für mich und ich fühlte mich unruhiger denn je. Meine Gedanken fuhren Achterbahn, meine Knie und mein Rücken schmerzten bald. Ich gab dennoch nicht auf und am Ende der einfachen Zen-Meditation fühlte ich mich wesentlich ruhiger und so entspannt wie schon lange nicht mehr.

Ich bin nach dieser Erfahrung nicht zum Meditationsjunkie geworden.

Dennoch: Ich habe gelernt, dass Momente der Ruhe und der Stille unerlässlich sind in dieser immer schneller werdenden Zeit. Deshalb hoffe ich, dass meine Hocker einen Beitrag zu Deiner inneren Ruhe leisten werden.

EDEN – Was steckt eigentlich hinter dem Namen?

Wir haben uns dazu entschlossen unsere Meditationsbank Eden zu nennen. Nicht Namaste. Nicht Om. Nicht Lotus Meditationsbank. Wir haben uns bewusst gegen einen yogischen Namen entschieden. Oder sagen wir so: Wir haben uns bewusst für den Namen Eden entschieden.

Nicht, um dem Ganzen einen biblischen Beigeschmack zu geben. Nein. Es steck etwas anderes dahinter.

Wir wollen mit Eden an das Paradies erinnern, in dem wir alle leben. An diesen wunderbaren Planeten mit all seiner Vielfalt und seinen Ressourcen, die uns nähren und uns (noch) alles geben, was wir zum Leben brauchen. Ein Paradies, das wir leider allzu oft aus den Augen verlieren.

Außerdem möchten wir dich daran erinnern, wie paradiesisch Dein Leben ein kann.

Eden steht für uns für
– Unser eigenes Paradies, das wir uns in diesem Leben so gestalten können, wie wir es uns wünschen
– Einen Ort an dem alles fließt und sich verändern darf
– Leben von und mit der Natur, in Dankbarkeit für Mutter Erde, die uns alles gibt, was wir zum Leben brauchen
– Ein nachhaltig gelebtes Leben