Mein Weg zur Vipassana Meditation

Tobias Forderer ist Dipl.-Psychologe, Klangtherapeut und Coach. Für unseren Blog reflektiert er über seine Erfahrungen mit der Vipassana-Meditation.

Zum ersten Mal meditiert habe ich mit 16 Jahren. Bei einer Schulfahrt in die Bretagne, Frankreich, habe ich mich aus einem inneren Impuls heraus an eine Felsküste am Meer gesetzt, dem Meer gelauscht und bewusst entschieden, hier möchte ich meditieren. Wie Meditation funktioniert und was der Sinn einer Meditation sein soll, hat sich mir damals nicht erschlossen. Dennoch habe ich mich im Schneidersitz hingesetzt, meine Augen geschlossen, geatmet, gelauscht und genossen.

Deutliche Zeichen in Asien: Ich sollte Vipassana kennenlernen

Ein paar Jahre später reiste ich für längere Zeit mit Rucksack und Gitarre durch Süd-Ost-Asien. Im Laufe dieser Reise begegneten mir mehrmals Menschen, die mir von Vipassana-Meditation erzählt haben. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits verschiedene Methoden kennen gelernt, mich in Achtsamkeit mit meiner Innenwelt zu verbinden, zum Beispiel Yoga, Mantren singen, Schwitzhütten- und Naturerfahrungen und Atemübungen, um einige davon zu nennen. Die Erfahrung, dass mehrere Menschen mir unabhängig voneinander von Vipassana erzählt haben, war ein deutliches Zeichen für mich, diesen Hinweisen zu folgen und es einmal selbst zu erlernen.

Vipassana veränderte mein Leben

Ich meldete mich zu meinem ersten Kurs im Vipassana-Zentrum in Triebel, Deutschland an, und machte einen 10-Tages-Kurs. Diese Erfahrung prägt mein Leben bis heute.

Für mich lief eine jahrelange „Suche“ in einem Punkt zusammen. Ich hatte endlich eine erlernbare Technik gefunden, von der ich aus einem tiefen Inneren heraus weiß, dass diese mein Weg ist und mir meine Innenwelt (und damit auch die Außenwelt) nach und nach entfalten hilft. Wie unterscheidet sich die Technik von anderen Meditationstechniken?

Stück für Stück führt das Meditieren und Üben mich immer tiefer in mein inneres Universum hinein, auf ähnlichen Pfaden wie in der Außenwelt – verschlungen, mit leicht zu bewältigenden, genussvollen Abschnitten, Herausforderungen, unerwarteten Erlebnissen und Begegnungen – eine immerwährende Reise, die nie enden wird.

Aus meiner Sicht besteht die wahre Kunst jedoch nicht in der Teilnahme an irgendeinem Kurs oder dem Erlernen einer Technik, egal welche dies ist. Die wahre Kunst ist das tägliche, kontinuierliche TUN im Alltag, auch wenn mal keine Lust dazu da ist oder ich mich müde oder unwohl fühle. Seit nunmehr fast 10 Jahren kenne ich die Vipassana-Meditation, aber erst seit etwa einem Jahr praktiziere ich diese täglich. Und das funktioniert nur, weil ich mir dieses Mal selbst das Versprechen gegeben habe, für den Rest meines Lebens täglich eine Stunde Vipassana zu meditieren.

Gelassenheit und Gleichmut durch Vipassana

Meine Motivation hierfür waren und sind die positiven Auswirkungen, welche diese Meditation langfristig auf mein Leben hat. Gelassenheit und Gleichmut, welche sich hierdurch entwickeln, unterstützen mich in meinem alltäglichen Sein an vielen Stellen. In der Begegnung mit anderen Menschen und der Natur erlebe ich mich durch regelmäßige Meditation viel präsenter, zentrierter und klarer. Außerdem wurde mir durch Vipassana bewusst, dass ich immer und überall mit allem in Verbindung stehe – mit mir selbst und dem größeren Ganzen um mich herum. Dieses Eingebunden-Sein und das sich daraus nährende Vertrauen in mich und die Welt – all das schenkt mir die Meditation. Deshalb ist es einer der wichtigsten Bausteine meines Lebens.

Um die Wichtigkeit von Vipassana in meinem Leben deutlich zu machen, gebe ich manchen interessierten Menschen folgenden Satz mit: „Wenn ich meinen 3 Kindern nur eine einzige Sache mit auf ihren Lebensweg geben könnte, die aus meiner Sicht am weitreichendsten in die Tiefe führt, dann wäre das Vipassana-Meditation zu erlernen und praktizieren. Und die Gewissheit, dass ich sie liebe.

Autor: Tobias Forderer, April 2016

Tobias Forderer

http://www.praxisforderer.com

http://www.lifeplus.com/praxisforderer/web-section/introduction-to-lifeplus

 

Über die Vipassana-Meditation:

Vipassana ist eine der ältesten Meditationstechniken Indiens und bedeutet soviel wie „die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind“. Es ist eine frei zugängliche Meditationstechnik, die losgelöst von Religion oder Weltanschauung praktiziert werden kann.

#Vipassana ist ein Weg der Selbstveränderung durch das Wahrnehmen und beobachten der eigenen Empfindungen. Die Technik wird in 10-tägigen Kursen gelehrt.

Mehr Informationen gibt es hier: https://www.dhamma.org/de/

Baumfreunde: So fühlt sich Blogger Ben Paul unter Bäumen

Sie sind langsam im Wachsen, absolute Gemeinschaftswesen und trotzdem manchmal egoistisch. Sie gehen Verbindungen über das Leben hinaus ein, denn ist man einmal im Netzwerk des Wurzelgeflechtes eingebunden, so hat man seine Aufgaben. Bäume. Wir haben die folgenden berührenden Zeilen von Blogger und Entrepreneur Ben Paul gefunden.

 

Ben

Und wieder bin ich bei meinen Freunden, den Bäumen.

Was ich an Ihnen am meisten schätze: Dass sie einfach sind.

Es macht ihnen nichts aus, wenn der Baum neben Ihnen ein bisschen größer ist und ein bisschen mehr Sonnenlicht bekommt.

Sie wachsen still vor sich hin, jeder für sich, und doch stehen sie zusammen.

Sie vertrauen darauf, dass sie sich in jedem Moment am richtigen Ort befinden. Und dass sie so, wie sie sind, perfekt sind.

Im Moment sind die Bäume für mich die besten spirituellen Lehrer, die ich mir wünschen kann.

Um ihre Lektionen zu verstehen, bedarf es keiner Worte.
Sie lassen mich einfach hier sitzen, ohne mich zu bewerten. Ich kann hier einfach bei ihnen sitzen, einfach bei ihnen sein, so wie ich bin.

Ich kann sehen, wie sie sich langsam und leise mit dem Wind und dem Fluss des Lebens wiegen.
Ich kann den Vögeln zuhören, der Sonne beim Untergehen zuschauen und mich mit dem Leben und allem was lebt verbunden fühlen.

 

Mehr von Ben gibt es hier: http://www.thebenpaul.com

Agnis Kraft: Deshalb lohnt sich der Blick ins Lagerfeuer

Ein Lagerfeuer ist ein faszinierendes Schauspiel: Ich liebe es, stundenlang in die Flammen zu schauen. Es hat etwas Anziehendes und Beruhigendes. Ich nutze das Feuer immer wieder, um Achtsamkeit zu üben.

Vielleicht ist die Meditation am Feuer auch für Dich interessant?

DREI GUTE GRÜNDE FÜR DIE FEUERMEDITATION

Hier sind drei gute Gründe, warum Du die Feuermeditation einmal ausprobieren solltest:

  1. Die Meditation am Feuer ist äußerst effektiv

Die Feuermeditation hilft besonders effektiv dabei, das Gedankenkarrussel in unserem Kopf zu stoppen und und negative Gedanken und Emotionen loszulassen.

  1. Diese Medi ist einfach und überall anwendbar

Du brauchst kein Lagerfeuer, um die Wirkungen der Feuermeditation zu erfahren. Die Flamme einer Kerze reicht vollkommen aus! Die Konzentration auf die Flamme eines kleinen Teelichts reicht aus, um Deinen Geist und Deinen Körper zu entspannen!

  1. Das Feuer als heilige Manifestation

Agni ist Sanskrit und bedeutet ‚Gott des Feuers’. Das Feuer gilt als Agnis irdische Manifestation. Deshalb kann uns der Blick ins Feuer dem Göttlichen ein Stück näher bringen. Das Feuer spielt in den zahlreichen Zeremonien der Hindus eine wichtige Rolle: Zu bestimmten Anlässen, zum Beispiel der Einweihung einer neuen Wohnung, entzündet der Priester rituell das heilige Feuer. Bei der Hochzeit geht ein hinduistisches Paar sieben Mal um das Feuer. Und bei der Verbrennung von Toten zitiert der Priester: „Möge Agni dich dorthin bringen, wohin du gehen musst!“

ACHTSAMKEIT IM FEUER: ANLEITUNG FÜR DIE FEUERMEDITATION

Für eine Feuermeditation kannst Du Dich an ein Lagerfeuer setzen oder Du zündest eine Kerze an und setzt dich in einem bequemen Sitz davor. Schaue in die Flamme und beobachte all ihre Facetten: Sieh, wie sie sich bewegt, wie sich ihre Farben wechseln, wie unterschiedlich intensiv sie leuchtet, hör wie sie knistert und knackst. Wann bewegt sich die Flamme? In welche Richtung strahlt sie? Nimm auch den Geruch des Feuers wahr. Atme, während du das Feuer beobachtest, tief ein und aus. Versuche so viele Facetten der Flamme wie möglich wahrzunehmen und dabei zu spüren, wie das Gedankenkarrussel in deinem Kopf immer langsamer wir.

Nun kannst Du die Augen schließen und versuchen das Bild der Flamme vor Deinem geistigen Auge weiter zu sehen. Lausche auf die Flamme und atme ruhig und tief weiter. Nach einer Weile kannst Du Dir eine Feuerkugel vorstellen, die sich durch Deinen Körper bewegt. Spür wie dich die Flamme von innen ausfüllt und wärmt. Dein Körper ist in warmes, leuchtendes Licht gehüllt. Atme weiter tief und fest und spüre die Ruhe und gleichsam die Energie, die sich mit der Flamme in die ausgebreitet hat. Denke an die Dinge in deinem Leben, die du gerne loslassen möchtest und übergebe sie dem Feuer.

An alle Grübler und Denker. Mentale Gesundheit durch Achtsamkeit

Heute ein Gastbeitrag von Peter Beer, Autor, Coach und Gründer der Achtsamkeits Academy. Ein Burnout brachte den Richtungswechsel: Beer arbeitete als Ingenieur bei einem großen Autokonzern. Dann entschied er sich für einen anderen Weg, studierte Psychologie, ließ sich zum Coach ausbilden und absolvierte einen NLP Master. 

Der Begriff Achtsamkeit hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Popularität gewonnen. Dabei handelt es sich um einen klaren Bewusstseinszustand, der es erlaubt, jede innere und äußere Erfahrung im gegenwärtigen Moment vorurteilsfrei zu registrieren und zuzulassen. Was für die meisten Menschen alles andere als ein Normalzustand ist.

Es bedeutet seine Präsenz dem jetzigen Augenblick zu widmen ohne dass Gedanken oder Emotionen die Kontrolle übernehmen. Dadurch entwickeln wir Resistenz gegen Belastungen, Klarheit fürs Leben und eine neue Qualität an Lebensfreude.

DEN INNEREN BEOBACHTER KENNENLERNEN

Dabei lernen wir Tag für Tag unsere Verhaltensweisen und Denkmuster besser kennen und erfahren auch, wie wir diese verändern können. Wir entwickeln einen „inneren Beobachter“, der die Welt, die eigenen Gefühle und das Denken beobachtet, ohne sich damit zu identifizieren.

Dieser Abstand zu Gefühlen und zum Denken lässt ein zunehmendes Vertrauen entstehen, so dass wir mehr sind als unsere Gedanken und Emotionen.

AUF DEM WEG ZU EINEM KLAREN, STABILEN GEIST

Wer dieses Bewusstsein entwickelt, stellt fest, dass sein Empfinden von Glück, Lebensfreude und Erfolg nicht von äußeren Bedingungen abhängig ist. Er entwickelt einen klaren, stabilen Geist, der es ihm erlaubt, auch in anspruchsvollen und schwierigen Situationen im Leben mit der Kraft seiner inneren Ressourcen verbunden zu sein.

Hier findest Du das zum Text passende Youtube-Video von Peter Beer: https://www.youtube.com/watch?v=jIj9U7sbp6E

Und hier geht es zu seiner Webseite, auf der Du viele Infos rund um das Thema Stressmanangement, Achtsamkeit: http://www.peter-beer.de

PeterBeer

Achtsamkeit in der Natur: Erkenntnisse im Wald

Wer achtsam durch den Wald spaziert, kann viel für sich entdecken. Autorin und Glücksbringer.in Peggy Rockteschel über die Entdeckung des Wandels.

Der wandelnde Mensch

Ich laufe durch den Wald und schicke die Frage, die mich beschäftigt, hinaus in den unendlichen Raum – offen und bereit, die Antwort zu empfangen.

Da vernehme ich das hohlhämmernde Klopfen eines Spechtes von irgendwo dort oben aus den Baumwipfeln. Es ist ein vertrautes Geräusch. Ich lausche und lausche und bemerke gar nicht, wie der EIN-DRUCK leise summend hinab in mein Herz rutscht. Ja, dort oben hackt der Specht betäubend emsig seinen Schnabel in die sanftmütige Rinde eines Baumes.

Ich suche mit gestrecktem Hals weiter den breiten Stamm hinauf, doch ich kann beim besten WILLEN nichts erkennen. Gar NICHTS – nur BLÄTTER und HIMMEL. Plötzlich Ruhe, für einen Augenblick steht die Welt still und ein Gefühl der Ewigkeit erfüllt meine Brust. Ich atme tief und ruhig, mein Blick sinkt langsam herab und bleibt vor mir stehen – fest und still wie der BAUM. Er ist so groß und sein Wachsen scheint keine Grenzen zu kennen. Er erstreckt sich in endloser RUHE und VERTRAUEN dem Sonnenlicht entgegen. Seine kunstvoll verzweigten Äste wiegen leicht im zarten Morgenwind und dehnen sich behutsam in alle Himmelsrichtungen. Ohne auch nur ein Anzeichen von Beunruhigung verweilt er seit Jahrzehnten an diesem magischen Platz und GEWÄHRT – sich seiner selbst bewusst und tief in der Erde verwurzelt – diesem kleinen übermütigen Hacker liebevollen Schutz.

„Fühlt der Baum denn keine Schmerzen?“ frage ich mich. „Warum lässt er das mit sich machen? Das tut doch weh!“

„Tock-tock-tock“ – wie ein Kopfschmerz durchbohrt das Geräusch meine Gedanken.

„Warum tut der Specht das?“, trommelt es jetzt in mir. „Sucht er Nahrung oder haut er Löcher in den Baum, um sich ein Nest zu bauen? Vielleicht ist es sogar eine Art Liebesruf?“

… mein Kopf … der Specht … ich versteh‘ NICHT RECHT!

Und da… unerwartet… der Baum, seine Ruhe … Es zieht mich an ihn heran und ich lege meine Arme um seinen krustig zarten Bauch. Ich löse mich tief in ihn hinein und spüre nur eins – LIEBE!

Er hat mich als SEINESGLEICHEN aufgenommen. Ja, ich bin der Baum und ich ruhe tief in meiner Kraft. Jedes Piksen, Hacken, auf mich Einhämmern… die Verletzung, der Schmerz und meine Wut – alles fort, einfach verschwunden. Es gibt gar keinen Angriff von außen!

Ich bin der Angriff, weil ich glaube, angreifbar zu sein. Der Baum ist einfach nur Baum und er käme nie auf so einen absurden Gedanken. Der Konflikt lebt also nur in mir. Der Ort, wo er auch ENDET.

Mein Körper, der Baum, der Specht – wir bestehen aus elektromagnetischer Schwingung, die alles belebt, beseelt und miteinander verbindet. Und ich kann sie sehen, berühren und fühlen.

So, wie das Leben sich immer im Wandel befindet, so sind wir alle SICH STETS WANDELNDE.

Danke, Baum! Danke, du wundervoller Specht!

Oh ich danke euch für diese heilende Antwort, denn sie hat mich durch ihr Wesen und Wirken im WAHRSTEN Sinne VERWANDELT!

Mehr von Peggy Rockteschel findet Ihr hier: http://rockteschel.com

Peggy

 

Achtsamkeit: Warum das gerade Eltern (und ihren Kindern) gut tut

Ein MBSR- Achtsamkeitskurs ist ein Kurs speziell für Mütter und Väter, die sich eine Stressreduktion vor allem in ihrem Familienleben wünschen. Die Journalistin und zweifache Mutter Carola Sonnet berichtet über ihre Erfahrungen.

Meine erste Meditation war wenig beeindruckend. Innerhalb von Sekunden bin ich eingeschlafen. Es war die erste Stunde des Kurses, in dem ich die Kunst der mindfulness based stress reduction (MBSR) erlernen wollte, die Kursleiterin erklärte uns, wie der so genannte Bodyscan – eine Art Reise durch den Körper in Gedanken – ablaufen würde. Wir sollten uns so hinlegen, dass wir uns wohlfühlen, mit Kissen und Decken, die Sonne schien, und kaum war der Gong ertönt und die ersten Sätze, da war ich weg.

Unsere große Tochter ist nun fast fünf, die kleine wird bald zwei und die vielen Stunden, die ich in den vergangenen Jahren zu wenig geschlafen hatte, waren zu einer Art Erschöpfung geworden, die ich kaum noch los wurde. Tagsüber im Büro, nachmittags mit den Kindern zuhause, fast nie ausschlafen, da war es Zeit für den Körper, sich das zurück zu holen, was er am dringendsten brauchte. Das Schöne daran: in diesem Kurs war es völlig in Ordnung, dass zunächst alle körperliche Erschöpfung der vergangenen Jahre raus konnte und es nicht darum ging, möglichst jede Meditiation von Anfang bis Ende mitzuerleben, sondern für sich das meiste daraus mitzunehmen. Und für mich waren das in den ersten der acht Wochen, die der MBSR-Kurs dauerte, vor allem viele sehr erholsame Stunden der Ruhe und der Zeit für mich selbst.

Achtsames Essen lernen

Wir waren drei Mamas mit kleinen Kindern, die meisten anderen waren schon etwas älter, oder hatten sogar Enkel und aufgehört zu arbeiten. Sie empfanden es als große Anstrengung, in ihrem neuen Alltag eine sinnvolle Struktur und Aufgaben zu finden. Es ging um Krankheiten, Eheprobleme, Sorgen um die Kinder oder Partner, jede hatte einen anderen Grund teilzunehmen und es war gut, jede Woche in der selben Konstellation eine Möglichkeit zu haben, darüber zu sprechen. Und über unsere Übungen: Wir lernten, achtsam zu essen, also weder dabei Zeitung zu lesen, noch fern zu sehen, noch zu telefonieren oder uns zu unterhalten, sondern einfach wahrzunehmen, was wir zu uns nehmen und was uns gut tun – oder was nicht. Seitdem trinke ich nicht sofort nach Aufstehen um sechs Uhr die erste Tasse Kaffe und bis ich um neun Uhr anfange zu arbeiten, drei weitere, sondern ein Glas heißes Wasser zum Frühstück und den ersten Kaffee erst am Schreibtisch.

Achtsamkeitstraining: Ruhe im Kopf üben

Wir lernten, auf unseren Atem zu hören, ihn als Kraftquelle wahrzunehmen und als Ruhepol, wenn die Gedanken mal wieder rasen. Die Gedanken, von denen uns jeden Tag etwa 60.000 im Kopf herum schwirren, die meistens zu nichts führen, sondern nur unser Gehirn mit der Vergangenheit oder irgendeiner unvorstellbaren Zukunft beanspruchen, und die Chance nehmen, im Hier und Jetzt zu leben und uns bewusst zu sein, was um uns herum passiert – statt im Gestern und im Morgen.

Jeden Tag Zuhause zu üben habe ich nicht geschafft – aber das war auch nicht schlimm. Manchmal, wenn die Kinder im Bett waren, oder wenn sie Mittags geschlafen haben, oder kurz bevor ich sie nachmittags abgeholt habe. Und immer war es gut, für mich und für sie, weil es mir von Woche zu Woche besser ging, ich mir bewusster darüber wurde, wann und warum ich sehr ungeduldig mit ihnen bin und was ich daran ändern kann. Was ich auch gelernt habe: dass es keine perfekten Situationen gibt und dass man seine Erwartungen an sich selbst manchmal ruhig etwas herunterschrauben darf, besonders wenn man kleine Kinder hat.

Nach der letzten Stunde unseres Kurses waren wir zu dritt zu Mittag essen, und haben beschlossen, weiter gemeinsam zu üben. Weil wir alle drei Mamas sind und genau wissen, dass es sehr schwierig ist, im Alltag diese eine oder zwei Stunden für sich selbst zu finden und nicht mit einkaufen, aufräumen, aufpassen, spielen oder kochen zu verbringen. Also treffen wir uns seit Dezember alle zwei Wochen für zwei Stunden und meditieren, besprechen was uns bewegt und woran wir scheitern, was uns aber auch hilft, weiterzumachen und besser auf uns und unser eigenes Wohlbefinden zu achten. Denn wenn es uns gut geht, geht es auch unseren Kindern gut.
Achtsamkeit ist die Quelle des Glücks.

Weitere Informationen zur MBSR-Methode findet Ihr hier: http://www.mbsr-verband.de

Und im ZAF- Zentrum für Achtsamkeit und Familie: http://achtsamkeit-und-familie.de

Wie meditiert man: So sitzt Du richtig!

Welches Bild kommt Dir beim Stichwort Meditation als Erstes in den Sinn? Ich denke zuerst an einen schlanken Yogi mit im Lotussitz gekreuzten Beinen, die Augen geschlossen, versunken in sich selbst. Ein Bild, das inspiriert aber auch abschreckt: Wie soll ich es schaffen meinen Ottonormalkörper in diese Haltung zu bringen und minutenlang ruhig in ihr zu verharren? Als Nicht-Yogi erschien mir das schier unmöglich.

Für alle denen es genauso geht gibt es hier eine wichtige Information: Um zu meditieren und Gelassenheit und Entspannung zu erfahren ist das Sitzen mit gekreuzten Beinen – ob im ganzen oder im halben Lotussitz – ist nicht zwingend notwendig.

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Jeden Tag Meditation – Fünf Tipps für deine tägliche Meditationspraxis!

Jeden Tag Yoga

Die letzte Yogastunde war wieder mal richtig inspirierend vor allem die Meditation am Ende. Die Yogalehrerin weißt uns darauf hin: „Wenn ihr es schafft nur fünf Minuten am Tag zu meditieren, wird das einen großen Effekt auf Euer Leben haben.“ Klingt gut. Klingt sehr gut. Zum wiederholten Male nehme ich mir vor mindestens zehn Minuten am Tag zu meditieren, alles im Außen einfach draußen zu lassen und nur in mich zu lauschen. Doch dann passiert das Leben. Ich verschlafe am Morgen, über Tag gibt es jede Menge Arbeit und Haushalt und wenn abends die Kinder im Bett sind, bin ich viel zu ko und will gleich schlafen. Oder mich am Fernseher zerstreuen.

Und wieder mal frage ich mich:

“Wie schaffe ich es, eine tägliche Meditation in meinen Tagesablauf integrieren?“

Hier unsere fünf bewährten Tipps für eine tägliche Meditationspraxis:

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5 Tipps für eine erfolgreiche Yogapraxis zuhause

Yogapraxis zuhause

Es gab Zeiten, da habe ich mich viermal die Woche nach der Arbeit in ein Berliner Yogastudio begeben, um dort Yoga zu üben. Meine Yogalehrerin war sehr inspirierend und motivierend: Selbst in Asanas, die ich nicht so gerne mochte, verharrte ich dank ihrer Anleitung und all den Gleichgesinnten um mich herum länger. Dann wurde ich Mutter!

Meine Yogapraxis wollte ich dennoch beibehalten. Um Zeit und Geld zu sparen am liebsten in meinen eigenen vier Wänden.
Zwei Probleme tauchten dabei auf: Es gab immer wieder Tage an denen ich meine Yogapraxis ausließ. Ich war zu erschöpft oder kümmerte mich stattdessen um den Haushalt. Außerdem passierte es immer wieder, dass ich zuhause einfach nur so durch die Haltungen huschte, meinen Atem weniger tief fließen ließ und kurzum: einfach schluderte.

1. Wähle einen Ort für Dein Yoga zuhause

Irgendwann wird auch das Yoga zuhause zur Routine. Bis es so weit ist, empfehlen wir Dir, dass Du Dir einen Bereich Deines Hauses oder Deines Gartens aussuchst, der besonders ruhig ist. Vor allem sollte er fernab des Alltagstroubels sein: Zum Beispiel Deines Computers und fern der Ablenkungen durch deine Kinder. Vielleicht richtest Du Dir eine kleine Ecke in Deinem Schlafzimmer ein oder begibst Dich immer an eine bestimmte Stelle in Deinem Garten.

2. Stimme dich mit dem Atem ein

Der Atem spielt eine zentrale Rolle beim Yoga. Es ist wichtig, dass wir tief und bewusst atmen, auch dann, wenn die Anstrengung größer wird. So versorgen wir unseren Organismus optimal mit Sauerstoff. Setze Dich vor Deiner Yogapraxis ruhig hin und konzentriere dich ein paar Minuten lang auf Deinen Atem. Lass ihn tief fließen. Denn ein tiefer, gleichmäßiger Atem wirkt sich entspannend auf unser gesamtes Nervensystem aus!

3. Wähle eine Intention für Deine Yogapraxis

Ich habe für mich herausgefunden, dass meine Yogapraxis klarer und ausgerichteter ist, wenn ich mir zu Beginn eine bestimme Intention wähle. Möchtest Du Dich eher entspannen oder Deinen Kreislauf auf touren bringen? Geht es Dir eher um Beweglichkeit oder die Stärkung bestimmter Muskelgruppen? Nebst den körperlichen Aspekten kannst Du auch eine spirituelle Intention verfolgen. Gibt es jemandem, dem Du Deine heutige Yogapraxis widmest? Vielleicht widmest Du sie Dir ja sogar selber?

4. Entscheide Dich für bestimmte Positionen/ Übungsabläufe

Hast Du das Gefühl, dass Dein oberer Rücken besonders steif ist? Dann wähle Dir bevor Du auf die Matte gehst gezielt ein paar Asanas für diesen Bereich aus. Oder möchtest Du lieber Deine Hüften öffnen. Es hat sich für mich bewährt, nicht einfach so drauf los zu yogieren und wild von Asana zu Asana zu wechseln. Im Internet findest Du auch eine Menge anregungen für bestimmte thematische Aneinanderreihungen von Yogaübungen.

5. Beende Deine Praxis mit einer Endentspannung

Zuhause kannst Du Dir die Endentspannung sparen? Denkste! Du solltest auch zuhause nicht auf Shavasana – die Entspannung in der Rückenlage – verzichten. Es geht darum dass sich Dein Körper nach der Yogapraxis vollkommen entspannt und auch dein Atem nun wieder normal fließen darf. Atme ruhig durch die Nase ein und aus und entspanne deinen Körper mit jedem Ausatmen.

Umwege: So bin ich zur Meditation gekommen.

Ich mache Meditationsbänke. Man könnte also meinen, dass ich mich schon lange und intensiv mit dem Thema Meditation beschäftigt habe. Ich gestehe: Das ist nicht der Fall! Ich muss zugeben, dass ich wahrscheinlich immer noch als Meditationsneuling gelte. Der aktivere Yogi in unserer Familie ist definitiv meine Freundin.

Dennoch: Es gab einen Punkt in meinem Leben, an dem ich die Meditation als etwas sehr hilfreiches kennengelernt habe.

Die meisten meiner Jobs in den vergangenen Jahren waren sehr stressig. So habe ich zum Beispiel ein Restaurant geleitet und später als 3-D-Designer in einer Agentur gearbeitet. Viele Überstunden und kurze Nächte waren die Regel. Zigaretten, eine Menge Kaffee und andere Drogen haben mich in stressigen Situationen über Wasser gehalten. Mein Leben war schnell und unruhig.

Dann kam der Punkt an dem ich mir eingestehen musste, dass es so nicht weiter geht. Ich zog aus der Stadt auf das Land, um mehr Ruhe zu finden. Nun wohne ich in einer Gegend in der es viele spirituelle Angebote gibt und es dauerte nicht lange bis ich zum ersten Mal auf einem Meditationskissen saß.

Das war äußerst befremdlich für mich und ich fühlte mich unruhiger denn je. Meine Gedanken fuhren Achterbahn, meine Knie und mein Rücken schmerzten bald. Ich gab dennoch nicht auf und am Ende der einfachen Zen-Meditation fühlte ich mich wesentlich ruhiger und so entspannt wie schon lange nicht mehr.

Ich bin nach dieser Erfahrung nicht zum Meditationsjunkie geworden.

Dennoch: Ich habe gelernt, dass Momente der Ruhe und der Stille unerlässlich sind in dieser immer schneller werdenden Zeit. Deshalb hoffe ich, dass meine Hocker einen Beitrag zu Deiner inneren Ruhe leisten werden.