Wie meditiert man: So sitzt Du richtig!

Welches Bild kommt Dir beim Stichwort Meditation als Erstes in den Sinn? Ich denke zuerst an einen schlanken Yogi mit im Lotussitz gekreuzten Beinen, die Augen geschlossen, versunken in sich selbst. Ein Bild, das inspiriert aber auch abschreckt: Wie soll ich es schaffen meinen Ottonormalkörper in diese Haltung zu bringen und minutenlang ruhig in ihr zu verharren? Als Nicht-Yogi erschien mir das schier unmöglich.

Für alle denen es genauso geht gibt es hier eine wichtige Information: Um zu meditieren und Gelassenheit und Entspannung zu erfahren ist das Sitzen mit gekreuzten Beinen – ob im ganzen oder im halben Lotussitz – ist nicht zwingend notwendig.

Patanjali, ein indischer Gelehrter und Verfasser des Yogasutra – ein Leitfaden fü das Yoga – empfiehlt folgende Meditatioshaltung: „Sthiram Sukham Asanam“ . Die Sitzhaltung sollte ruhig und angenehm sein.

Es gibt also nicht DIE EINE Sitzhaltung für die Meditation. Denn was sich für den einen ruhig und angenehm fühlt, stresst den Körper des anderen. Manche Menschen können wunderbar im Lotussitz sitzen, anderen schmerzen schon nach wenigen Minuten die Knie. Wichtig ist: Der Rücken sollte bei der Meditation gerade gehalten werden. Das ermöglicht einen entspannten Fluss des Atems und der Energie über die aufgerichtete Wirbelsäule.

Im Rückenmark, in der Mitte der Wirbelsäule, verlaufen die Bahnen des Zentralen Nervensystems, die Gehirn und Körper miteinander verbinden und durch welche alle wichtigen Funktionen des Körpers gesteuert werden. Die aufrechte und freie Haltung der Wirbelsäule ermöglicht hier allen wichtigen Nervenimpulsen ungehindert fließen zu können und ist somit optimal für die Meditation.

Es ist jedoch egal, welche Sitzhaltung Du für deine Meditationspraxis wählst.

Sitzen mit gekreuzten Beinen

Hier hast Du die Wahl zwischen den ganzen Lotussitz (Padmasana) und dem Halb-Lotus (Ardha Padmasana) und der birmanische Sitzhaltung

In diesen Sitzhaltungen werden die Beine vorm Körper gekreuzt und die Knie und ein Teil des Unterschenkels berühren den Boden. Die Füße kommen auf dem Oberschenkel zum Liegen. Der Lotussitz ist eine sehr stabile Sitzhaltung, aber für Anfänger ungeeignet.

Eine gute Alternative ist der burmesische Sitz: Setz Dich sich mit dem Hinterteil auf Dein Kissen. Lassen Dein linkes Bein ganz natürlich gen Boden sinken. Danach knicken knickst Du auch das rechte Bein nach außen ab, es sollte vor dem linken Bein liegen. Beide Beine sind also gespreizt, die Unterschenkel liegen paralell, die Füße dürfen den jeweiligen Ober- oder Unterschenkel des anderen Beins berühren. Der linke Fuß liegt am rechten Oberschenkel an, der rechte Fuß am linken Unterschenkel. Natürlich ist der Ablauf auch mit dem jeweils anderen Bein zuerst möglich. Die Fußsohlen schauen ganz natürlich etwas nach oben, sie sollten nicht hunderprozentig waagerecht zum Boden liegen, sondern ganz natürlich etwas nach innen kippen.

Wichtig ist: Zwing Dich nicht in eine Haltung! Seien Sie behutsam mit sich und zwingen Sie sich nicht in diese Haltung. Viele Menschen beginnen mit der birmanischen Sitzhaltung, um dann durch achtsames Üben über den Halb-Lotus in den Lotussitz zu gelangen.

Sitzen auf den Knien

Seiza Position oder Vajrasana

Diese Sitzhaltung ist aus der japanischen Zen-Tradition bekannt und wird Seiza genannt. In der indischen Yoga-Tradition wird es als diamantene Körperhaltung oder Vajrasana bezeichnet. Diese Sitzhaltung erreicht das gleiche Ziel wie das Sitzen mit gekreuzten Beinen: die beiden Knie und das Gesäß bilden ein stabiles Dreieck. Das Sitzkissen oder die Sitzbank ermöglichen erhöhtes Sitzen und die Wirbelsäule ist in entspannter Haltung aufgerichtet. Für viele Menschen, die mit Meditation beginnen, ist die Seiza Sitzhaltung die bequemste Sitzhaltung.

Diese Haltung kann wunderbar durch einen unserer Meditationshocker unterstützt werden.

Sitzen auf einem Stuhl

Bhadrasana

Wenn keine dieser zuvor beschriebenen Sitzhaltungen für Sie bequem genug sind und längeres Sitzen möglich machen, so gibt es auch die Möglichkeit auf einem Stuhl oder Hocker sitzend die Meditation auszuführen. Sie sollten sich jedoch nicht anlehnen und außerdem darauf achten, dass Ihre Wirbelsäule aufgerichtet ist und Sie in dieser Haltung entspannen können. Ihre Füße berühren komplett den Boden und geben Ihnen zusätzlichen Halt.

Zu den verschiedenen Sitzhaltungen empfehlen wir Euch auf dieses Video von Yoga Vidya zu den einfachen Sitzhaltungen. Hierwerden Dir veschiedene Variationen gezeigt: https://www.youtube.com/watch?v=mYoxfSzOJH8

Wir wünschen entspanntes Sitzen!

Rene

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